Soziale Dienstleistungen im Bundesland Salzburg
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Fehlende Melde- und Postadresse

Ein sehr häufiger Grund für das Kommen ist die fehlende Melde- und Postadresse. Dies betrifft Menschen, die bei Bekannten oder Freunden leben, jedoch keinen Wohnsitz anmelden können und Obdachlose sowie Personen in Notschlafstellen.


Arbeitslose ohne Meldeadresse können keinen Antrag auf Arbeitslosenleistungen stellen. Dies ist jedoch die Voraussetzung für einen Antrag auf Bedarfsorientierte Mindestsicherung. Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung leistet subsidiär, also nur, wenn keine Arbeitslosenleistungen zustehen oder diese nicht ausreichend sind.


Eine langjährige Vereinbarung zwischen dem Arbeitsmarktservice Salzburg (AMS) und der AIS – die sog. „Nichtmeldebestätigung“ – ermöglicht eben diese Antragstellung. Die KlientInnen gehen damit zum AMS. Das AMS stellt dann die Post (Bezugsbestätigungen, Jobangebote, Informationen über Kurse) und auch Geldleistungen an die Postadresse der KlientInnen in der AIS zu. Damit sind die Betroffenen wieder erreichbar und nachweisbar in der Stadt Salzburg aufhältig. Dies ist oftmals der erste wichtige Schritt eines/r Hilfesuchenden in das „System von Ansprüchen“. Die KlientInnen müssen dann in Folge regelmäßigen Kontakt zur AIS halten; dies erfordert einen hohen Verwaltungsaufwand in der Beratungsstelle.


Insgesamt wurden im Jahr 2015 für 740 Personen Nichtmeldebestätigungen ausgestellt. Dies ist eine Steigerung zum Jahr 2014 um 92 Stück bzw. 15 %. Die Zahl der eingerichteten Postadressen blieb mit 141 Benützern weitgehend gleich mit dem Wert des Vorjahres.


Vielen wohnungslosen Personen ist es unmöglich, eine amtliche Meldeadresse vorzuweisen, die jedoch in vielen Belangen unumgänglich ist, so z.B. bei Antritt eines Dienstverhältnisses, zur Erlangung von Familienleistungen (z.B. Familienbeihilfe), zur Ausübung des Stimmrechtes bei Wahlen, zur Antragstellung beim Wohnungsamt etc. Die Hilfesuchenden haben in diesem Fall die Möglichkeit, ihren Hauptwohnsitz in der AIS bei gleichzeitiger postalischer Erreichbarkeit anzumelden. Im Jahresdurchschnitt 2015 waren so rund 160 Personen über die AIS als Kontaktstelle im Sinne des Meldegesetzes angemeldet.


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