Soziale Dienstleistungen im Bundesland Salzburg
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Wohnungslos

Bei wohnungslosen Menschen verbinden sich sozialökonomische Benachteiligung mit sich verschärfenden gesellschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Bedingungen, krisenhafte Lebenssituationen (z.B. Scheidung) mit traumatischen Lebenserfahrungen.

Den Wohnungslosen ist die Überforderung der eigenen Fähigkeiten zur Problemlösung und die Überflutung durch ihre Gefühlswelt gemeinsam. Orientierungslosigkeit und destruktive Verhaltensweisen sind dann oft die Folge. Die Betroffenen kümmern sich nicht mehr um eine rechtzeitige Mietenzahlung, machen ihre finanziellen Ansprüche nicht mehr geltend, und geben das ohnehin schon knappe Geld – aus der Sicht Außenstehender – leichtfertig aus und entwickeln eine ansprüchliche Haltung gegenüber der sie erhaltenden Gemeinschaft. Solch schädliche Handlungsweisen entstehen häufig auch deshalb, weil hinter den sichtbaren Problemlagen schwere gefühlsmäßig nicht verarbeitbare, aus der Lebensgeschichte ableitbare, Traumatisierungen stehen. Diese, sowie die gegenwärtige soziale Realität, versuchen sie durch eine Verweigerungshaltung, mittels Alkohol, aber auch durch substanzgebundene Suchtmitteln, in den Griff zu bekommen, um sie damit - zumindest kurzfristig - erträglicher zu machen.
Die nach außen hin sichtbaren Probleme sind Symptome einer gestörten psychischen Befindlichkeit, wie auch ein Ausdruck eines sie überfordernden Gesellschaftssystems. Sie sind somit als Manifestationen eines aus den Fugen geratenen Lebens bzw. nicht mehr funktionierenden Lebenskonzeptes zu betrachten.
In der konkreten Beratungs- und Betreuungstätigkeit gilt es primär, die Wohnfähigkeit der Betroffenen herzustellen bzw. wiederherzustellen, um eine möglichst dauerhafte Integration in den Wohnungsmarkt zu erreichen. Mittels multiperspektivischer Fallarbeit durch SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und JuristInnen wird versucht, der oft umfassenden Problemlage der Betroffenen (Wohnen, Arbeit, Einkommen, Schulden, Sucht, Gesundheit,...) durch angemessene Interventionen zu begegnen.

Darüber hinaus hat die Praxis gezeigt, dass ein einfaches Abhacken von Dienstleistungen, auch unter Berücksichtigung der investierten finanziellen Ressourcen, nicht zielführend ist. Bei vielen Wohnungslosen geht es anfänglich darum, überhaupt erst ein Problembewusstsein für ihre prekäre Lebenssituation zu entwickeln. Viele sind sich ihrer Lage nicht bewusst, wissen nicht, wie sie in sie hineingeraten sind. „Ja schon, der Alk ist schuld“ oder „die Freundin“; ihre eigene Beteiligung liegt ihnen da meist schon ferner: „Ich habe keine Probleme“.

Häufig besteht eine Diskrepanz zwischen den Werthaltungen der sozialen Netze der Herkunft und der aktuellen gesellschaftlichen Wirklichkeit und den gesellschaftlichen Anforderungen (Auflösung der sozialen Netze, Flexibilisierung des Erwerbslebens, Flexibilisierung des Lebenslaufes). Besonders nachteilig wirkt sich für die Betroffenen auch aus, dass sie aufgrund ihrer fehlenden bzw. abgebrochenen Berufsausbildungen von vornherein für die heutigen Anforderungen schlecht gerüstet sind und daher häufig in prekären Arbeitsverhältnissen landen. Und schlechte Bezahlung in Zusammenhang mit den Realitäten des Wohnungsmarktes ist bekanntlich zunehmend einer der Hauptgründe für existenzielle Not und somit auch für Wohnungslosigkeit.
Die dadurch mobilisierten Ängste und Unsicherheiten werden mittels selbstschädigender Verhaltensweisen auszugleichen versucht bzw. unter Kontrolle gehalten. Übrig bleibt Perspektivlosigkeit und das Gefühl, mit der heutigen Zeit nicht mehr mitzukönnen und persönlich versagt zu haben, was sich wiederum negativ verstärkend auf das Selbstwertgefühl auswirkt. Die Verleugnung der tristen Realität ist meist die logische Folge.

Die Zuweisung zu den Wohnplätzen erfolgt über die Sozialberatung.

Breitenfelderstraße 49/2

5020 Salzburg

Tel. 0662 / 87 39 94

Fax 0662 / 87 39 94 - 40

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