Soziale Dienstleistungen im Bundesland Salzburg
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Fall Eins

Der 63-jährige Herr B. sprach erstmalig im Frühjahr 2015 in der AIS vor. Er hatte aus Gründen, die er nicht angeben konnte, seine Gemeindewohnung verloren. Die Rücksprache mit der im Zuge der Delogierungsprävention involvierten Fachstelle für Gefährdetenhilfe ergab, dass er wohl einer Aufforderung der deutschen Rentenversicherung über den Nachweis einer Lebensbescheinigung nicht nachgekommen sei und daher der Bezug der deutschen Rente eingestellt worden ist. Durch den Verlust der behördlichen Meldung nach der Delogierung hat er auch von der Pensionsversicherungsanstalt  in Österreich keine Ausgleichszulage mehr erhalten und stand nun wohnungs- und mittellos in der Sozialberatung.


Nach Aufnahme der Personaldaten und Anlegen eines Aktes stellte seine Beraterin eine Nichtmeldebestätigung aus und richtete für ihn eine Postadresse ein, damit er wieder postalisch erreichbar war. Da im Zuge der Delogierung sämtliche Dokumente und Unterlagen der Pensionsversicherungsanstalten von Österreich und der BRD verloren gegangen waren, erfolgte nun die Kontaktaufnahme mit diversen Ämtern, um Herrn B. wieder seine Pensionsauszahlung zu ermöglichen.


Herr B. klagte bei einer der Vorsprachen über Zahnschmerzen, weshalb eine Vermittlung an das Zahnambulatorium der GKK Salzburg erfolgte. Von dort kam er mit der niederschmetternden Auskunft zurück, dass er über keinen Versicherungsschutz verfügte! In der BRD kann er nur in die Pflichtversicherung aufgenommen werden, wenn er dort über einen Hauptwohnsitz verfügt – doch behördlich gemeldet war er zwischenzeitlich bereits an der Adresse der Breitenfelderstraße 49/2.  In Österreich fiel er nicht unter die Pflichtversicherung, weil er hier nur die Ausgleichszulage zum Bezug der deutschen Rente bekam und in die freiwillige Selbstversicherung konnte er aufgrund einer dagegenstehenden EU-Richtlinie nicht aufgenommen werden.


Herr B. wollte nicht zu seinem einzig noch lebenden Verwandten nach Oberösterreich ziehen und konnte nach einer Woche Obdachlosigkeit bei einem verheirateten Freund in der Stadt Salzburg Unterkunft finden. Dort nächtigt  Herr B. nun gemeinsam mit dem fast erwachsenen Sohn des Ehepaares im Wohnzimmer. Durch die beengte Wohnsituation kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen und Herr B. muss diese Wohnung tageweise verlassen.


Das Wohnungsamt Salzburg benötigte noch einige Unterlagen, die seine Beraterin in der AIS für ihn zusammenstellte, sodass er sie dem Amt vorlegen konnte.


Die deutsche Rentenversicherung hat seine Rente wegen voller Erwerbsminderung bis zum Erreichen des Regelpensionsalters verlängert, somit ist sein Lebensunterhalt gesichert.


Mit Sommer 2016 bekommt er eine Gemeindewohnung durch das Wohnungsamt der Stadt Salzburg und durch den Anspruch auf Mietbeihilfe beim Sozialamt ist er auch wieder krankenversichert und kann endlich seine schmerzenden Zähne behandeln lassen.

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